Der Heilige Geist führt in Gemeinschaft

Wohin führt uns der Heilige Geist eigentlich? Er führt in Gemeinschaft.
Gemeinschaft mit dem Vater und untereinander. Das ist sozusagen seine
Kernkompetenz innerhalb der Dreieinigkeit. Häufig ist der letzte Vers aus
dem 2. Korintherbrief als Gottesdienstschluss zu hören: „Und die
Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen“.
Ich bin fest davon überzeugt, dass es Gottes innigster Wunsch ist, dass wir
eine Freundschaft auf Augenhöhe zu ihm aufbauen. Das muss ich vielleicht
kurz erklären: Gott lädt uns ein, dass er unser Papa und wir seine Kinder
werden, aber wir sollen nicht ewig geistliche Babys also unreife Christen
bleiben, sondern geistlich wachsen und ihm ein echtes Gegenüber werden.
Wenn meine drei kleinen Kinder einmal erwachsen sein werden, dann sind
sie immer noch meine Kinder, aber hoffentlich auch meine Freunde, weil sie
meinen Herzschlag kennen und in meinem Sinne handeln können. Genauso
will Gott, dass wir seine Kinder werden und seine Freunde, die ihn verstehen,
mitfühlen und so ticken wie er. Und das ist der Job des Heiligen Geistes. Er
führt mich in die Gemeinschaft mit dem Vater, die mich verändert in sein Bild.
Die Einladung zu dieser Beziehung gilt jedem Menschen. Sie können Gottes
Freund werden. Sie können lernen, seine Führung wahrzunehmen und ihr zu
folgen. Bitten Sie Gott, dass er durch seinen Heiligen Geist zu ihnen spricht.
Und wenn Sie seine Impulse wahrnehmen, dann folgen Sie seiner Führung.
Gemeinschaft funktioniert nur im gegenseitigen Wahrnehmen und Vertrauen.
Wer dem Heiligen Geist seine Lebensziele anvertraut, wie er seinem Navi auf
Reisen vertraut, dem wird er auch Sicherheit geben. Sicherheit am Ziel
anzukommen, Sicherheit dass man selbst ein Kind Gottes ist und ewiges
Leben durch Jesus empfangen hat. Im Predigttext heißt es: Denn diejenigen,
die von Gottes Geist gelenkt werden, sind Kinder Gottes. So macht sein
Geist uns im Innersten gewiss, dass wir Kinder Gottes sind. Nur wer das
göttliche Navi hat und sich davon leiten lässt, ist nach Aussage von Paulus
ein Kind Gottes.
Wenn Sie sich noch nicht sicher sind, ob Sie ein Kind Gottes sind, können
Sie Gott mit einem kurzen Gebet einladen, denn allen, die Jesus aufnehmen,
gibt er die Möglichkeit Kinder Gottes zu werden. So steht es in Johannes
1,12. Sie können etwa so beten: Jesus, danke dass du für mich und meine
Schuld am Kreuz gestorben bist. Vater, danke dass ich nun dein Kind sein
darf und Heiliger Geist, komm und führe mich. Ich will lernen auf dich zu
hören. Sei du das Navi meines Lebens.
Und selbst, wenn Sie denken, dass für Sie keine Hoffnung mehr besteht, wird
der Heilige Geist bereit sein, Sie zu führen. Vielleicht haben Sie sich auf
ihrem Lebensweg gründlich verfahren. Sie stecken im Dreck auf irgendeinem
Feldweg, der nicht einmal mehr auf der Karte verzeichnet ist, weit entfernt
von Ihrem Ziel oder der nächsten Autobahnauffahrt. Doch auch hier ist man
als Navibesitzer nicht ausweglos verloren. Das GPS-Signal von oben führt
uns aus den verfahrensten Situationen – vielleicht nicht sofort zur nächsten
Autobahnauffahrt. Wahrscheinlich sagt das Navi erst einmal: „Fahren Sie
200m nach Norden“ auf einen Feldweg, der zur nächsten Dorfstraße führt,
von dort geht es auf die Landstraße, die zur Bundesstraße führt, bis wir
schließlich zur Autobahnauffahrt gelangen, von wo aus wir uns wieder
orientieren können. Gott hat in jeder noch so verfahrenen Situation einen
Schritt in Richtung Ziel, den wir gehen können. Mit dem Heiligen Geist als
Navi sind Sie niemals rettungslos verloren. Wichtig ist, dass wir seine Signale
vom Himmel empfangen, wenn wir lernen, die Stimme des Heiligen Geistes
wahrzunehmen.
Auch wenn sich nicht gleich alle Probleme mit einem Mal lösen. Er startet mit
Ihnen einen Prozess, der sie wieder auf den richtigen Weg führt und Sie
merken, dass Ihr Leben durch die Beziehung zum Heiligen Geist wieder in
geordnete Bahnen kommt. Die Stimme Gottes zu hören ist ebenso ein
Lernprozess wie ein Kind die Stimme seiner Mutter hören lernt. Ich habe es
bei meinen Kindern erlebt. Erst spüren sie nur die Gegenwart der Mama.
Mein kleiner Sohn fängt gerade an zu brabbeln und wir wissen oft genau,
was gemeint ist, auch wenn es noch keine korrekte Worte sind. Mit unseren
beiden Großen ist schon richtig komplexe und konkrete Kommunikation
möglich. Bitten Sie Gott, durch seinen Heiligen Geist zu Ihnen zu sprechen
und lernen Sie seine Sprache. Am Anfang nehmen wir sein Reden, seine
Gegenwart vielleicht nur als ein dumpfes Gefühl wahr. Mit der Zeit aber,
lernen wir seine Stimme immer konkreter verstehen. Kinder lernen die
Sprache vor allem durch die Gemeinschaft mit der Mutter. Darum heißt
unsere Sprache auch Muttersprache. Lernen Sie ihre geistliche
Muttersprache durch Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist. Lassen Sie sich
von ihm die Bibel erklären und beginnen Sie eine atemberaubende
Freundschaft mit dem Heiligen Geist.

Meine Erfahrungen

Ich selbst habe die Führung des Heiligen Geistes vor ein paar Jahren in
besonderer Weise erfahren: Meine damalige Gemeinde hat einen Einsatz in
Tibet geplant, bei dem wir eine hohe Spendensumme für den Aufbau einer
Schule mitbringen und für die Menschen vor Ort beten wollten. Ich bin gefragt
worden, ob ich mitfahren würde. Die Gemeinde wollte auch alle Kosten
übernehmen. Ich aber war mir sehr unsicher, ob Gott will, dass ich mitfahre.
Zu der Zeit habe ich wieder und wieder dieselbe Lobpreis-CD im Auto gehört.
Im Refrain eines Liedes habe ich immer den Text verstanden: „Clemens go
up to the mountains“ (also „Clemens gehe hoch in die Berge“). Jeden Morgen
habe ich mich bei diesem Lied gefragt, ob Gott das ist, der zu mir spricht.
Später habe ich mal im Booklet den Text nachgeschlagen. Die Zeile hieß
eigentlich: „Come let´s go up to the mountains“, also „Komm, lass uns hoch in
die Berge gehen“. Und trotzdem hatte ich zu Gott gesagt: Ich möchte es ganz
sicher wissen, dass du mich dort haben willst.
Jeden Morgen haben wir uns mit dem Team getroffen, um für den Einsatz
und die Menschen in Tibet zu beten. Das Team bestand aus dem Teamleiter,
zwei Frauen und mir – immer noch unsicher, ob ich mitfahren sollte. Eines
Morgens, als wir zusammensaßen und beteten, hat der Heilige Geist zu
unserem Teamleiter gesagt: Lies Philipper 4,3! Er schlägt also seine Bibel
auf, ohne zu ahnen, was da steht und liest: „Ja ich bitte dich, mein treuer
Weggefährte, stehe ihnen bei, die samt mir für das Evangelium gekämpft
haben, mit Clemens und den beiden Frauen, deren Namen sind in dem Buch
des Lebens.“ Und ich dachte: Waaas? Konkreter hätte Gott nicht in diese
Situation sprechen könnte. Unser Teamleiter sollte gemeinsam mit mir,
Clemens und den beiden Frauen den Menschen in Tibet beistehen. Das ist
die einzige Stelle, wo mein Name in der Bibel auftaucht. Ich wusste bis dahin
nicht einmal, dass er überhaupt in der Bibel steht. Ich war echt beeindruckt,
wie konkret der Heilige Geist Menschen führt, und was Gott für Humor hat.
Wir hatten tatsächlich einen sehr gesegneten Einsatz und ich habe gelernt:
Der Heilige Geist macht die Bibel erst lebendig und spricht persönlich zu uns,
wenn wir ihn fragen.
Diese Erfahrung hätte ich nie gehabt, wenn nicht unser Teamleiter gelernt
hätte, die Stimme des Heiligen Geistes zu verstehen und auf seine leisen
Impulse zu hören. Es sind nicht immer die großen Geschichten, die ich
täglich erlebe. Jeden Tag versuche ich, auf die Führung des Heiligen Geistes
zu achten. Er ist mein Navi, das mich sicher führt und dem ich mich täglich
neu anvertraue. Auch wenn ich manchmal selbst die Orientierung verloren
habe, kennt er den Ausweg. Und denke, dass ich einen besseren Weg oder
eine Abkürzung kenne, musste ich lernen: Der Heilige Geist weiß es besser.
Der Heilige Geist ist eine Person, zu der Sie eine Freundschaft aufbauen
können, dessen Stimme Sie hören lernen dürfen und dem Sie ganz und gar
vertrauen können. Wie ein Navi schließt er Ihnen die Karte des Wortes
Gottes auf, zeigt Ihnen liebevoll, wo Sie sich gerade befinden, warnt vor
Gefahrenstellen und führt Sie in Ihrer ganz speziellen Verkehrs- und
Lebenssituation. Durch ihn wird die große Landkarte der Bibel persönlich und
verständlich. Durch ihn spricht sie zu Ihnen und zeigt Ihnen Ihren nächsten
Schritt.
Wir dürfen ihm vertrauen. „Er führet mich auf rechter Straße.“ heißt es im Ps
23. „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück,
denn du bist bei mir…“ Und wie ist Gott bei Ihnen? Der Vater ist im Himmel.
„Unser Vater im Himmel…“ So beginnt das Vaterunser. Auch Jesus ist
aufgefahren und sitzt zur Rechten Gottes. Aber sein Geist ist hier. Darum
fürchten wir kein Unglück. Selbst, wenn Sie das Gefühl haben, sie stecken
mit ihrem Leben irgendwo im Nirgendwo, dann lade ich Sie ein, den Heiligen
Geist als ihr Navigationsgerät für Ihr Leben zu entdecken.Mit ihm macht mir
mein Glaube erst richtig Spaß. Durch meine Beziehung zu ihm wird mein
Christsein lebendig.
Ich schließe mit dem Gruß „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die
Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“
Amen und allezeit Gute Fahrt!                                                   C.M.