Nicht Gott ist auf Sühne und Rache aus, sondern wir Menschen haben uns von dem Gott, der das Leben ist getrennt - freiwillig. Und Gott akzeptiert diese Entscheidung.
Vielleicht haben wir, wie das erste Menschenpaar, nicht um die Tragweite gewusst, doch wir haben uns entschieden, die Gemeinschaft Gottes gegen Verlockenderes einzutauschen. Dabei hat sich unser Herz verhärtet, so dass Gott keinen Zugang mehr dazu bekommt. Diese Verhärtung ist tödlich. Helfen könnte nur noch eine Herztransplantation. Herzen kann man nicht wie eine Niere spenden ohne selbst zu sterben. Jesus kommt uns als Spender entgegen, damit wir mit seinem Herzen ewig leben können und wieder sensibel für Gott und Menschen werden. Es brauchte dieselbe Blutgruppe - er musste Mensch werden. Darum gab sich in Jesus Gott selbst für uns. Das Herz des Vaters im Himmel brach zu Karfreitag, damit wir ein neues Herz bekommen könnten und wieder ans Leben angeschlossen werden. Doch warum musste Jesus so extrem viel leiden? Wo war die Kraft Gottes, als das Böse scheinbar triumphierte? Was ist das für ein himmlischer Vater, der seinem Sohn so viel Leid und Schmerz zumutet? Besonders diese letzte Frage können Menschen nicht verstehen, wenn sie den Sinn dieser Leiden nicht als Tausch Gottes mit sich akzeptieren. Gott nimmt Schuld und gibt Reinheit, nimmt Strafe und gibt Frieden. Er nimmt ewige Verdammnis und gibt ewiges Leben. Er nimmt Angst und gibt übernatürlichen Frieden. Er nimmt Krankheit und Folter und gibt Heilung. Was ist das für ein Gott, dem Menschen so ins Angesicht schlagen können und er bittet für sie um Vergebung?
Das Unverständnis vieler Menschen, die beim Betrachten des Kruzifixes nur Entsetzen empfinden, wurde bereits vor 2700 Jahren in einem Satz des Propheten Jesaja zusammengefasst Jes. 53,10a: So wollte ihn der HERR zerschlagen mit Krankheit. Fragt man da nicht automatisch: Was ist das für ein Vater, der seinen Sohn auf bestialische Art und Weise zerschlagen lassen will?! Diesen Vers kann man genauso wenig verstehen, wie den durchbohrten Jesus am Isenheimer Altar. Es sei denn, man versteht alle Leiden Jesu als Tausch! Niemand kann sich das schmerzverkrampfte Herz des Vaters im Himmel vorstellen, als er seinen geliebten Sohn den Orgien der Hölle überlassen musste. Musste? Nein - wollte! Um unsertwillen! Jesus wurde zerschlagen, damit auch heute noch Heilung fließen kann. Heilung da, wo Menschen sich vor Schmerzen den Tod wünschen, wo Menschen durch Krankheit entstellt und deformiert wurden. Aber kann man denn schon in dieser Welt auf Heilung hoffen? Waren das nicht Zeichen, die nur Jesus und vielleicht die ersten Apostel begleiteten? Wer so etwas glaubt, wird die Geißelung Jesu als wichtigen Leidensabschnitt nie verstehen. Denn: Heißt nicht das göttliche
Gesetz: Der Tod ist der Sünde Sold (Röm. 6,23)? War es dann nicht unnötig, dass Jesus im Gegensatz zu den zwei mitgekreuzigten Verbrechern noch vor der Kreuzigung so
viel mehr zu leiden hatte. Und warum ausgerechnet die Kreuzigung als brutalste Todesart in der Menschheitsgeschichte? Wäre dem göttlichen Gesetz von Röm. 6,23 nicht auch mit dem Schierlingsbecher des Sokrates oder der Enthauptung des Paulus Genüge getan? Bestimmt! Wozu dann das sinnlose Leiden Jesu? Hat der Vater im Himmel die Kontrolle verloren? Oder war er so hartherzig, dass ihn das alles nicht interessierte? Einem solchen Gott, der seine Kinder sinnlos leiden lassen will, möchte ich nicht gehören!
Die einzige Antwort finden wir in Jes. 53. Gott wollte mehr als nur das ewige Leben für uns durch Jesus erwirken. Er wollte auch die Macht Satans über dem Leben seiner Kinder schon auf dieser Erde brechen. Dazu gehört ohne Zweifel Krankheit. Gott wollte Jesus zerschlagen, weil er dich und mich heilen wollte. Wer diesen Aspekt der Erlösung ausblendet, kann den Vater nicht verstehen. Der Tausch ist umfassend. Zwar muss jeder Mensch sterben, doch Krankheit und Tod haben ihren Schrecken verloren. Es gibt Heilung und ewiges Leben. Wie das ewige Leben mit seiner neuen Qualität schon ins Jetzt und Hier hinein reicht und nicht erst bei Jesu Wiederkunft beginnt, so auch Heilung. Wir stehen am Beginn einer Zeit, wo Gott zu den Menschen nicht mehr durch kluge Lehrsysteme redet, sondern durch ein umfassendes ganzheitliches Erleben Gottes. Der Same des Kreuzes geht bereits auf. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben, und des HERRN Plan wird durch seine Hand gelingen. Jes. 53,10b Die Gemeinde ist als sein Leib Hand und Fuß Jesu auf dieser Welt. Durch dich und mich soll der Plan Gottes gelingen. Er ist der Vollender.
A.M.